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Bodegas Navarro Lopez Canadas y Nieto siehe auch Valdepenas
Premium 1904, 2008 Wenn man großzügig alle Vorfahren einbezieht, wurde im Jahre 2004 die Kellerei Navarro Lopez 100 Jahre alt. Für den fälligen Jubiläumswein wurden damals natürlich allerbeste, aufwändig selektierte Trauben auf das Sorgfältigste vinifiziert. Statt daraus einen „großen“ Wein zu machen, der vor Kraft nicht mehr stehen kann, hatte Navarro Lopez aber einen in dieser Qualitätsklasse ungewöhnlich runden Wein komponiert, nur ganz zart barriquegereift und von fast schon femininer Struktur. Unsere Kunden waren begeistert. Irgendwann war der Wein leider ausverkauft. Die Kellerei machte zwar Folgejahrgänge, erstklassige Weine sicherlich, aber recht kraftbetont und ohne den spezifischen Charme des Erstlings. Aus dem kühlen, fruchtbetonten Jahr 2008 hat die Kellerei jetzt einen „Premium 1904“ gemacht, der fast schon wie ein großer Burgunder wieder an das Original anknüpft, mit charmanter Beerenfrucht, rund und weich, nur dezentem Körper und schmuseartig gut eingebundenen Gerbstoff. Wesentliche Ursache für den Charakter des 2008 dürfte der Anteil Graciano sein, eine hochwertige, aber wirtschaftlich unbeliebte, weil heikle Rebsorte, die sich durch feinste Fruchtnoten auszeichnet.
Tierra Calar Tempranillo 2010 Bag-in-Box ist eigentlich eine geniale Wein-Verpackung. Der Wein in einen Folienbeutel gefüllt, der durch einen quaderförmigen Karton in Form gebracht und gehalten wird. In den Folienbeutel ist eine Art Zapfhahn eingeschweißt, mit dem man den Wein in der gewünschten Menge abzapfen kann. Mit jedem Schluck Wein, der entnommen wird, schrumpft der Beutel im Karton mit. Damit dringt in das eigentliche Weinbehältnis keine Luft und damit auch kein Sauerstoff. Der Wein bleibt im angebrochenen Bag-in-Box viel länger haltbar als in der angebrochenen Flasche. Und preisgünstiger als Flaschen ist die Verpackung auch noch. Man sollte sie nur nicht mit Wein in Milchttütenartiger Verpackung verwechseln, bei denen der Innenschlauch fehlt!!!
In einer solcher Bag-in-Box ist der Tierra Calar gefüllt, ein unkomplizierter, fruchtiger, junger Rotwein, 100% Tempranillo, natürlich gänzlich ohne Holzfasseinfluss ausgebaut. Der Wein ist mit 12,5° für Rotwein angenehm leicht.
Wie gut der Tierra Calar für sein kleines Geld ist, wurde deutlich als die Zeitschrift „Weinwelt“ in ihrer Januar-Ausgabe 2010 „spanische Spitzen für den kleinen Geldbeutel“ testete. Unter den „Top Ten bis 5,-€“ und mit 85 Punkten bewertet der Tierra Calar 2009. Originalton der Tester: „Brombeere, süße rote Kirschen, zart rauchige Würze, viel süße Frucht, nicht komplex, aber super Trinkfluss“. Für einen Wein, der auf die 0,75l-Fl. umgerechnet gerade mal 2,50 kostet, sind 85 Punkte ein gigantisches Ergebnis. Zum Vergleich, ab 86 Punkten kam man im gleichen Heft bei deutschen Rotweinen der Kategorie „großes Gewächs“ in die veröffentlichte Bestenklasse (und da reden wir über zweistellige bis hoch zweistellige Preise pro Flasche).
Versenden läst sich der Bag-in-Box allerdings leider nicht: eine passende Versandverpackung, die die Anforderungen der Paketdienste zuverlässig erfüllt, ist nämlich leider nicht ersichtlich.
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Martinez Bujanda
Candidato Oro 2008 mit der Erzeugung des Candidato lastet die Rioja-Familie Bujanda ihre Kellerei-Anlagen aus. Grundlage sind freilich keine Rioja-Trauben, sondern aus anderen Regionen zugekauftes Lesegut. Deklariert wird als „vino de la tierra“, also Landwein. Aber Stil und Machart, das ist ganz Rioja-Tradition. Verwendet werden ausschließlich Tempranillo-Trauben, die klassisch auf der Maische vergoren werden. Der Wein wird mind. 6 Monate im Barrique gereift. Dabei handelt es sich allerdings nicht um neue Eichenfässer, die dem Wein den heute beliebten „Barrique-Ton“ vermitteln, sondern um viele Jahre alte Fässer, die den Wein reifen lassen, ohne ihn zu aromatisieren. Ganz wie es früher in Spanien eben üblich war.
Den Wein gibt es (mit kürzerer Fassreife) auch als 3-Liter-Bag-in Box und als Kleinflasche.
Candidato Plata, 3 Liter-Bag-in-Box! Das Bag-in-Box Verpackungssystem hat sich mittlerweile durchgesetzt. Der Wein befindet sich dabei in einem Folienbeutel („Bag“) im Karton („Box“). Der Beutel hat einen Zapfhahn, der so konstruiert ist, dass beim Zapfen keine Luft in den Beutel gelangt; der Beutel fällt parallel zur Weinentnahme zusammen. Entsprechend hält sich Wein im angebrochenen „BiB“ viel länger, als in einer angebrochenen Flasche. Auch Candidato hat jetzt einen tinto im „BiB“, genau rechtzeitig zur sommerlichen Grillsaison (leere BiB-Kartons sind zusammengefaltet viel unauffälliger zu entsorgen als leere Flaschenbatterien). Man hat allerdings keinen „Sommerwein“ gemacht, sondern einen harmonisch-ausgewogenen Tinto, reinsortiger Tempranillo und sogar mit kurzer Holzfassreifung. Der schmeckt auch im Winter.
Cosecheros y Criadores
Infinitus Die Infinitus-Weine verstehen sich als zeitgemäß modernes Produkt weit weg von spanischen Traditionen. Und das nicht nur wegen der peppigen Aufmachung. Verwendet werden internationale Rebsorten, in der Regel sortenrein gekeltert. Die Vinifizierung erfolgt temperaturgeführt, um möglichst viel Frucht zu erhalten. Aus dem gleichen Grunde kennen die Infinitus-Weine -abgesehen von der kurz fassgereiften Cuvee- Holzfässer nur vom Hörensagen. Die Weine sind zwar für baldigen Trinkgenuss konzipiert, aber bisher legte noch jeder Jahrgang mit etwas Flaschenreife qualitativ erheblich zu.
Infinitus Merlot 2010 (Guia Penin 2012: 87 Punkte)
Infinites Syrah 2010 (Guia Penin 2012: 87 Punkte)
Cuvee ecologico 2009
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Ibice Negro Javier Rodriguez steht auch hinter dem Ibice-Negro-Projekt. Eine Deklarierung als D.O. Toro kommt schon deswegen nicht in Betracht, weil die Weine neben Tempranillo auch Merlot bzw. Cabernet enthalten, die im Toro nicht zugelassen sind. Die Weine laufen unter „vino de la tierra de Castilla“ also Landwein. Dabei sind sie aus tadellosem Lesegut fachkundig vinifiziert und sogar für einige Monate zur Abrundung fassgelagert. Die Weine sind trinkfertig und machen viel mehr Spaß, als ihr Preis glauben macht.
Tempranillo Cabernet 2008 Beim roten Ibice kommen die Trauben aus dem weiteren Umfeld der benachbarten Weinbaugebiete Toro und Rueda. Schon deswegen ist auch das vino de la tierra, zumal, Cabernet, das lassen die Statuten in beiden Weinbaugebieten nicht zu.
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