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Das Weinbaugebiet Bierzo liegt im Nordwesten Spaniens an der Grenze zwischen den Regionen Galizien und Castilla. Hier ist die Landschaft schon ziemlich gebirgig. Entsprechend verteilen sich traditionell die Weinfelder auf eine Vielzahl kleiner, zersplitterter Parzellen in Hanglagen, oft mit Maschinen nur eingeschränkt erreichbar und schwer zu bewirtschaften. Lange Zeit sah es so aus, als ob der Weinbau hier nach und nach aussterben würde, immer mehr Weinbauern gaben auf, weil die harte Arbeit kaum noch finanziellen Ertrag brachte. Die Weinberge wurden aufgegeben und verwilderten. Es war nicht zuletzt ortsfremde Investoren, die das Potential dieser, qualitativ oft optimal gelegenen alten Rebanlagen mit ihren alten Stöcken erkannten, verwilderte Weinberge rekultivierten oder neue anlegten (eine Dornröschen-Geschichte, wie sich übrigens in vielen spanischen Weinbaugebieten so oder so ähnlich abgespielt hat). Mittlerweile stehen wieder rund 4000ha im Ertrag (also immer noch ein eher kleines Weinbaugebiet), es gibt wieder rund 50 Kellereien. Im spanischen Inlandsmarkt ist Bierzo fast schon wieder Kult, im Ausland freilich immer noch weitgehend unbekannt: kaum 15% wird exportiert. Hauptrebsorte des Gebiets ist die Rotweinsorte Mencia, mit der rund 2/3 der Rebfläche bestockt ist. Nach Meinung der Einheimischen kommt diese Sorte nur in Galizien und den angrenzenden Randzonen Castillas vor. Freilich, Genetiker haben vor einigen Jahren festgestellt, das die Sorte genetisch mit der französischen Cabernet-Franc nahezu identisch ist. Wenn Sie sich vor Ort unbeliebt machen wollen, erklären Sie einem Winzer, dass seine Mencia ja letztlich nur eine vor Jahrhunderten aus Frankreich gekommene Cabernet-Rebe sei.
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