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Weininfo 3/2011


grandiose Kleinserien-Rotweine

diesmal: Raul Pérez mit Bernabeleva

Als es dem jungen Önologen Raul Pérez gelang, eine Reihe seiner Weine aus seinen galizischen Weinbergen auf dem Verkostungstisch von Robert Parker zu platzieren und diese durchgängig enorm hoch bewertet wurden (nicht wenige mit 95 bis 98 Punkten), wurde Raul Pérez zum stillen Star. Da Raul Pérez die, nun ja, Macke hat, den Ertrag aus jedem Weinberg separat auszubauen, gibt es von den einzelnen Weinen meist nur homöopathische Mengen, die in kleinsten Stückzahlen zugeteilt werden. Auch wir bekommen ab und an mal ein paar Flaschen. Derzeit können wir bieten:
 

Ultreia de Valtuille 2007 (99 Parker-Punkte) 79,00 € (=105,33-/l)
Ultreia Claudina Godello 2007 (96 Parker-Punkte) 30,00 € (=45,-l)

Neben seinen Projekten in Galizien machte Raul Perez aber auch noch die Weine des winzigen Weinguts Bernabeleva im Weinbaugebiet Vinos de Madrid. Dessen Weinberge wurden schon 1923 bepflanzt, aber eine eigene Weinproduktion wurde erst 2006 aufgenommen. Die Rotweine sind alle sortenrein aus der Rebsorte Garnacha gekeltert. Die Hektarerträge sind minimalistisch. Frucht und Aroma-Intensität sind grandios, der Körper ist rund und üppig. Holzfässer kommen nur wohldosiert zum Einsatz.

Große Mengen gibt es auch von den Bernabeleva-Weinen nicht, aber da diese Weine noch nicht ganz so bekannt sind, sind sie auch noch nicht ganz so knapp. Aus diesem Weingut können wir bieten:

 Bernabeleva

 Navaherreros 2008 (91 Punkte Guia Peñin 2011) 15,00 (=20,-/l)
 Carril del Rey 2008 (92 Punkte Guia Peñin 2011) 25,00 (=33,33l)
 Arroyo de Tórtolas 2008 (94 Punkte Guia Peñin 2011) 29,00 (=38,67l)
 Moscatel 2008 (92 Punkte Guia Peñin 2011)  17,00 (=34,-l)


Malbec vom Erzeuger des Urban Ribera und des Spiga

 Urban Uco Malbec   7,50 € (=10,-/l)

O. Fournier, Erzeuger von Urban Ribera und Spiga/Alfa Spiga hat auch eine Kellerei in Argentinien. Unter den dortigen Weinen ist der Malbec interessant. Diese Rebsorte stammt eigentlich aus Frankreich, wird dort aber kaum noch angebaut und hat quasi in Argentinien eine neue Heimat gefunden.
Fournier macht daraus einen überaus saftigen Wein mit dezent-rundem Tannin.


neue Variante von Eminens

crianza 2007  6,50 € (=8,67/l)

Die crianza ist etwas jünger und kürzer fassgereift als die reserva, in der Cuvee dominiert die Schmeichelrebe Merlot, die sich mit jedem Monat Reifezeit immer mehr durchsetzt. Entsprechend ist die Frucht noch weicher als bei der reserva, der Gerbstoff, der im Frühjahr noch recht präsent war, ist mittlerweile elegant eingebunden.


Wertanlage

Da haben französische Wirtschaftswissenschaftler den jeweiligen Wert der berühmtesten Bordeaux-Chateaux anhand der gehandelten Weinpreise errechnet. Chateau Lafite Rothschild soll danach 3,7 Milliarden Euro wert sein.


Schnäppchen

Unter der Überschrift „Bordeaux-Schnäppchen 2010“ führte die Zeitschrift Vinum in ihrer Sept-Ausgabe eine Reihe von weniger bekannten Bordeaux-Chateaux auf, die nach Meinung Vinum im Jahrgang 2010 besonders preisgünstig sind. Beim Rotwein fängt es bei 15,- an und geht bis 53,- (ab Chateau, ohne Mwst.). Glückliche Weinregion, wo schon die „Schnäppchen“ um die 20 Euro bringen.


Wein im Gesundheitswesen

Wein muss gesund sein. Anders lässt sich wohl kaum erklären, dass eine französische Krankenversicherung das deuxième-cru-Chateau Lascombes im Bordeaux für 200 Millionen Euro gekauft hat (so jedenfalls das Branchenblatt „Weinwirtschaft“). Unbestätigten Gerüchten zufolge sollen die Versicherten zur Senkung der Arztkosten monatlich eine Kiste des Weins auf Krankenschein erhalten.


grandiose Kleinserien-Rotweine

diesmal: Juan Carlos Sanchez mit Ad Libitum

Juan Carlos Sancha bildet als Professor an der Universität von Logroño den akademischen Nachwuchs für den spanischen Weinbau aus. Und macht sich auch sonst um die Weiterentwicklung des spanischen Weinbaus vor allem in der Rioja verdient. So hatte er irgendwann registriert, dass einige im Familienbesitz stehende Weinberge noch mit uralten, halb vergessenen Rebsorten wie Tempranillo blanco und Maturana tinta bestockt sind. Mit entsprechenden Studien zu diesen Sorten konnte er erreichen, dass sie vor 3 Jahren wieder in der Rioja zugelassen wurden.

Natürlich kribbelte es ihm in den Fingern, nicht nur per Studie nachzuweisen, wie gut diese alten Sorten sind, sondern das auch praktisch zu zeigen. Als er die Wiederzulassung von Maturana und Tempranillo blanco geschafft hatte, beschloss er, aus den familieneigenen Weinbergen seine eigenen Weine zu machen. Die Baulichkeiten und die Ausstattung dieses „Weinguts“ sind -höflich formuliert- eher einfach. Die Weine sind allerdings herausragend, klar, Herr Professor weiß, wie es geht und wenn er doch mal Rat braucht, geht er in der Uni mal eben zum entsprechenden Kollegen. Und leben muss er von seinen Weinen auch nicht. Da entsteht großer Wein ganz relaxt.

Freilich, große Mengen macht Sancha nicht, sonst könnte der Spaß ja in Arbeit ausarten, nur einige tausend Flaschen im Jahr. Ein paar vom reinsortigen Maturana haben wir.

Ach so, vielleicht fragen Sie sich jetzt, wie wir an die Hobbyweine eines Uni-Professors kommen. Ganz einfach. Wir vertreiben schon seit vielen Jahren die Weine von Rafa Cambra, auch der Önologe mit akademischem Hintergrund, der eigenen Weinbau mehr zum Spaß betreibt. Rafa Cambra kennt halt Juan Carlos Sancha.

Ad Libitum Maturana 2009 13,00 € (=18,67-/l)


Ungleichgewicht

Dass es dieses Jahr wegen knappen Laderaums teilweise recht lange dauert, bis unsere Bestellungen aus Spanien transportiert werden, hatte ich auf die boomende Konjunktur zurückgeführt. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall: die spanische Wirtschaft liegt so danieder, dass auch immer weniger importiert wird und den Speditionen die Rückfracht von Deutschland nach Spanien ausgeht.

Suff

Der Weinkonsum in Indien steigt mit besorgniserregenden Zuwachsraten. Im Durchschnitt wird mittlerweile 0,1l pro Kopf im Jahr konsumiert!


Dino-Terroir

Um Wein erfolgreich zu vermarkten reicht es nicht, guten Wein zum vernünftigen Preis zu erzeugen. Es müssen zusätzliche Aufmerksamkeitswerte her. Das führt zu kuriosen Geschichten. So bewirbt Lacrimus seine Weine jetzt mit dem Hinweis, die Lage Lacrimus liege direkt neben dem größten Vorkommen von Dinosaurierspuren in Europa!
Lachen Sie nicht, Dino-Terroir kann man schmecken. Nein, nicht beim ersten Schluck. Denn natürlich ist Dinosaurier-Terroir schwerer als Wasser oder Alkohol und sinkt auf den Flaschengrund ab. Wenn sie also das letzte Glas aus der Flasche mit geschlossenen Augen genießen, erscheinen die Dinos vor Ihren inneren Augen. Das funktioniert allerdings nur, wenn Sie die Flasche alleine und am gleichen Abend leeren. Warum das so ist, habe ich noch nicht herausgefunden.


Lacrimus

Der Önologe Javier Rodriguez ist eigentlich Berater. Aber bei dieser Tätigkeit hat er sich im Laufe der Zeit in vielen Gegenden Spaniens den Zugriff auf hochklassige, meist mit alten Reben bestockte Weinlagen gesichert, aus denen er seine eigenen Weine macht. Eigentlich freilich eher „machen lässt“, denn erzeugt werden die Weine nach seinen Vorgaben in Kooperation mit lokalen Partnern.

Für sein Rioja-Projekt „Lacrimus“ steht eine mit alten Reben bestockte Lage auf über 500m über NN am Rand der Sierra Cantabria zur Verfügung. Hier kühlen selbst im August die Nächte soweit ab, dass die Frucht der Trauben optimal erhalten bleibt.

Lacrimus crianza 2008  8,90 € (=11,87-/l)

Die crianza ist der klassische, schon seit vielen Jahrgängen erzeugte Lacrimus. Der Wein enthält neben Tempranillo einen 15-prozentigen Anteil der seltenen Edelrebsorte Graciano, die dem Wein seine ausgewogene Frucht sichert. Er wird aufwändig fassgereift: 14 Monate in neuen Barrique aus französischer und ungarischer Eiche.
Der gerade auf den Markt gekommene 2008er ist sehr vielversprechend und auch schon leidlich trinkfertig, hat freilich auch noch einiges Entwicklungspotential. Der soeben erschienene Guia Peñin 2012 vergibt gleich 91 Punkte (= excelente), in dieser Preisklasse eine enorm hohe Bewertung.

neu:  Lacrimus “5” 2010 5,50 € (=7,33/l)

Mit dem „5“ reagiert Lacrimus auf das steigende Interesse an Rotweinen mit nur dezenter Fassreife. Der Wein ist nur 5 Monate (daher der Name) im Holzfass ausgebaut, verwendet werden überwiegend Fässer, die schon mehrfach belegt wurden.
Diese Art kurz fassgereifter Weine ist in Spanien zwar mittlerweile weit verbreitet, hat aber bislang keine gesetzlich geregelte Weinbezeichnung. Die umgangssprachlich gängige Bezeichnung „semi-crianza“ ist auf dem Etikett nicht gestattet. Auch die Zulässigkeit der verbreiteten Bezeichnung „roble“ (=Eiche) ist in der Rioja umstritten und eigentlich auch unsinnig. Denn diese Kategorie Wein zeichnet sich ja gerade dadurch aus, dass der Ton nach Eichenholz nur sehr zurückhaltend ausfällt. Das führt dazu, dass jeder Hersteller seine eigene Bezeichnung verwendet.


Lacrimus Olivenöl “Tropföl”  9,80 € (=19,60/l)

Als Anbaufläche für Oliven ist die Rioja grenzwertig, hier wird es aus Sicht eines Olivenbaums schon recht kühl. Angebaut wird nahezu ausschließlich die an dieses Klima angepasste Olivensorte Arbequina, die besonders feinfruchtig-elegantes Öl gibt. Sonderlich viel gibt es davon aber leider nicht.

Das klassische Lacrimus-Öl ist hochwertiges Tropföl. Bei der traditionellen Kaltpressung wird die Olivenmaische in der Presse zwischen Platten eingeschichtet. Ein winziger Teil des Öls tropft bereits bei diesem Verfahrensschritt aus dem Presskuchen. Fängt man dieses, ganz ohne Pressdruck entstandene Öl separat auf, erhält man besonders feines und reintöniges Öl, eben das „Tropföl“.

 

neu: Lacrimus Olivenöl extra virgen 6,50 € (=13,-/l)

Seit diesem Jahr gibt es von Lacrimus neben dem Tropföl auch traditionell gepresstes Öl. Das ist kalt gepresst und genauso wie das Tropföl vollständig aus Arbequina-Oliven gewonnen.


neu: Lacrimus Weinpralinen 4,50 € (/100g)

neu: Riesling Weinpralinen 4,50 € (/100g)
jedes Jahr macht die Schokoladenmanufaktur Schell speziell für uns Pralinen aus unseren Weinen. Diesmal gibt es eine Praline aus dem Lacrimus crianza mit dunkler Schokolade und sowie eine aus Schmitges-Riesling mit Vollmilchschokolade und Stückchen von getrockneten Zitrusfrüchten.

Rabitos Royale: Feigenpralinen
200g 5,50 € (=27,50/kg)
Ganze Feigen mit Sahnelikör gefüllt und mit dunkler Schokolade überzogen.
Wie schrieb „Essen und Trinken“ schon im Januar 2007: „Achtung Suchtgefahr“.

Kakao-Trüffel   250g 5,30 € (=21,30/kg)
Kakao pur: keine Gewürze, kein Alkohol, dafür
unverfälschtes Aroma hochwertiger Kakaosorten.


Weininfo 2/2011


Traslagares Sauvignon-blanc 2010 5,90 (= 7,87 €/l)
Traslagares ist ein mit erheblichen finanziellem Aufwand im traditionellen Baustil neu gebautes Weingut im Rueda. Traslagares ist auch der traditionelle Name der Weinlage. Bislang sind 35 ha Weinberge im Ertrag, alle im unmittelbaren Umfeld des Kellereigebäudes gelegen und ausschließlich mit Sauvignon-blanc und Verdejo bestockt. Wie bei vielen ehrgeizigen Neugründungen in Spanien hat man sich auch hier gezielt einen hochgelegenen Standort (fast 800 m über NN) ausgesucht, an dem die Sommerhitze nicht ganz so extrem ist und die Nächte stark abkühlen. Der Kellereineubau ist konsequent so angelegt, dass auf Pumpen völlig verzichtet wird: die Trauben werden am höchsten Punkt angeliefert und gekeltert; der Most wird nur durch Schwerkraft bewegt, von der Kelter über die temperaturgeführten Gärtanks bis zur Füllstation.
2010 ist der erste Jahrgang des Weinguts. Vor allem der Sauvignon blanc ist herausragend gelungen, sortentypischer und spritziger als man es aus dem heißen Rueda gewohnt ist und denoch reif mit sehr sauberen Stachelbeer- und Johannisbeernoten. Für mich einer der besten spanischen Weine aus dieser Rebsorte.


Don Aurelio blanco 2010 4,00 (= 5,33 €/l)
Kaum jemandem ist bewusst, dass Valdepeñas genauso wie die umgebende Mancha historisch Weißweinregion ist. Das liegt auch daran, dass die lokalen Weißweine meist eher einfache Weine sind, die zudem zu einem großen Teil als lächerlich billige Tankwagenweine z. B. in die Sektindustrie gehen.
Dass es auch anders geht, zeigt Navarro Lopez mit dem Don Aurelio blanco. Bei den hierfür verwendeten Trauben wird die Reifeentwicklung täglich penibel überwacht, damit die Trauben zum optimalen Zeitpunkt früh genug, also kurz vor der Vollreife, gelesen werden. Mit dem Jahrgang 2010 hat Navarro Lopez zudem die Cuvee optimiert. Neben der Rebsorte Viura, die zwar säurearme, leidlich elegante, aber doch oft recht neutrale Weine gibt, wird jetzt die aromatische Verdejo verwendet. Dass sich aus dieser Cuvee feine, ausgewogene Weine keltern lassen, weiß man im Rueda, der Heimat der Verdejo, schon lange: da ist dies die einzige Cuvee, die zulässig ist. Auch der Don Aurelio blanco profitiert natürlich von dieser Kombination, mit schmeckbarer, aber dezenter Aromatik, feiner Frucht und mittlerem Körper. Und natürlich profitiert auch der Don Aurelio von der Jahrgangsqualität 2010 in Spanien.

Don Aurelio blanco soll ab ca. 20.6. am Lager sein.


Rueda Pérez Verdejo 2010 5,90 (= 7,87 €/l)
Rueda Pérez Verdejo-Viura 2010 4,50 (= 6,00 €/l)

Das Weingut Rueda Pérez besteht zwar schon seit mehreren Generationen, aber früher beschränkte sich der Betrieb darauf, die erzeugten Trauben an andere Kellereien zu verkaufen. Erst 2002 wurde eine eigene Kellerei neu gebaut. Seitdem werden die Trauben im eigenen Betrieb zu Wein verarbeitet. Die Kellerei ist äußerlich vergleichsweise unspektakulär, funktional gestaltet, aber mit dem neuesten Stand der Technik ausgerüst. Ehrgeiz und Aufwand sind enorm. Die Trauben werden in der Nacht geerntet, dann haben sie ein Höchstmaß an Frucht, und noch in der Nacht behutsam gepresst. Vergoren wird temperaturgeführt. Da nur die Trauben aus den eigenen 60ha Weinbergen verwendet werden (Rueda Pérez verzichtet auf Zukauf), gibt es jedes Jahr nur rd. 300000 Flaschen, also für spanische Verhältnisse ein eher kleiner Familienbetrieb.
Rueda Pérez hat sich der lokalen Traditionsrebe Verdejo verschrieben. Auf Sauvignon-blanc oder gar Rotwein verzichtet man völlig.
Kernstück der Produktion ist dementsprechend reinsortiger Verdejo. Der gelingt hier perfekt mit der ganzen obstfruchtigen Sortentypik der Rebsorte, aber ohne jede Penetranz, mit nur dezenter Fruchtsäure, gerade soviel, dass der Wein frisch und elegant wirkt.
Neben der Verdejo wird nur noch ein wenig Viura angebaut, die in einer Cuvee verwendet wird. Aber auch diese Cuvee enthält gut 70% Verdejo und ist in ihrer Aromatik von Verdejo geprägt. Durch den Anteil der eher neutralen Viura wird diese Aromatik aber zarter und dezenter.


Eminens Chardonnay 2010 5,00 (= 6,67 €/l)
Eminens reserva 2003 7,50 (= 10,00 €/l)

Die Eminens-Weine werden von der renommierten Bodegas Laus aus dem Somontano hergestellt, so eine Art Zweitmarke mit ausgesprochen liebenswerter Preisgestaltung.
Somontano liegt im Pyrenäenvorland, ist mit nur 4600 ha Weinbergen ziemlich überschaubar und erst in jüngerer Zeit als Weinbaugebiet klassifiziert. Es gibt nur eine Handvoll Weingüter, aber einige davon gehören zu den aufwändigsten Neugründungen im spanischen Weinbau überhaupt.
Auch die Geschichte von Bྑdegas Laus ist kaum mehr als 10 Jahre alt. Bei der Gründung wurde aus dem Vollen geschöpft: 250 ha Fläche wurden bereit gestellt, verteilt auf 3 benachbarte Lagen, teils mit alten Rebstöcken bepflanzt und teils neu angelegt. Ganz gezielt hatte man sich den höchst gelegensten Punkt des Weinbaugebiets ausgesucht mit Flächen, die oft auf mehr als 700m über NN liegen. Schließlich weiß man heute, dass die Rebe kühle Nachttemperaturen braucht, um die in der Tageshitze abgebaute Frucht wieder zu reaktivieren. Und noch einen Vorteil hat dieser Standort: hier ist es ausgesprochen windig, die Fallwinde aus den Pyrenäen trocknen nach Niederschlägen Blätter und Trauben schnell wieder ab. Pilzbefall hat hier kaum Chancen.
Inmitten der Weinberge wurde an einem exponierten Standort auf einem Hügel mit weitem Blick auf die Pyrenäen eine riesige, nagelneue Kellerei gebaut, technisch perfekt ausgerüstet und mit aufwändiger, spektakulärer Architektur.

Eminens Chardonnay 2010 5,00 (= 6,67 €/l)
Angebaut werden fast ausschließlich Rebsorten, die im nahen Frankreich zu Hause sind. Entsprechend ist der Weißwein von Eminens reinsortiger Chardonnay. Freilich nicht der wuchtig-buttrige, von Eiche und Alkohol dominierte Chardonnay-Typ, wie er in Übersee häufig ist, aber auch nicht schlank-säurebetont, wie oft in Deutschland. Der Eminens Chardonnay hat eigenen Stil, einerseits weich, rund und säurearm und mit der ganzen Aromatik eines reifen Chardonnay, andererseits ohne jede buttrige Schwere und mit nur sehr dezenten Barriquenoten. Der Wein ist damit auch eine gute Alternative für alle Fans deutscher Burgunder, denen der 2010er in Deutschland zu spitz ausfällt.

Eminens reserva 2003 7,50 (= 10,00 €/l)
Ich weiß, ein Weinhändler, der sich noch einen Rotwein aus dem Problemjahr 2003 andrehen lässt und mitten im Sommer einen Kaminwein bewirbt, der muss eigentlich ziemlich unfähig sein.
Wäre da nicht dieser 2003er reserva von Eminens. Der hat keinerlei grün-unreife Töne von Trockenstress, ist mit 13,5° auch keineswegs übermäßig alkoholisch, ist erst Recht nicht überaltert. Stattdessen hat er die klassische Aromatik der Bordeaux-Cuvee aus Cabernet und Merlot mit intensiven Tönen nach Cassis und Holunder, aber weich und rund ohne jede Herbheit und jetzt nach 8 Jahren perfekt gereift. Nur, obwohl die Kellerei heftige Preiszugeständnisse gemacht hat, niemand will ihn haben, wer lässt sich schon 2003er andrehen...
Und was die Werbung in der falschen Saison angeht: im September bewerbe ich ihn einfach nochmal. Wenn er dann noch da ist.


China
Längst ist China ein ganz wichtiger Markt für hochwertige Bordeaux. Da lässt man sich als Erzeuger nicht lumpen: Chateau Lafite-Rothschild vermerkt den 2008er mit dem chinesischen Zeichen für die acht (in China ein Glückssymbol) und Chateau Mouton Rothschild hat für den 2008er sein jährlich wechselndes Künstleretikett sogar gleich von einem chinesischen Künstler gestalten lassen.


Zestos blanco Malvar 2010 5,00 (= 6,33 €/l)
Zestos blanco ist endlich wieder eingetroffen:
Die Zestos-Weine kommen aus dem Weinbaugebiet Vinos de Madrid. Hier sind Weißweine selten, obwohl das Gebiet mit der Malvar-Rebe eine eigenständige weiße Rebsorte hat. Die Malvar hat nicht das überquellende Aroma der Verdejo, gibt dafür aber angenehm weich-säurearme Weine. In einem Jahr wie 2010 ist auch bei der Malvar Frische und Frucht mit mineralischen Noten gut ausgeprägt, ohne dass die Sorte ihren Charakter verliert.


Jahrgang 2011
Auch dieses Jahr wissen eine Reihe deutscher Winzer schon jetzt, wie ihr Jahrgang 2011 ausfallen wird. Nämlich ausfallen.
Ursache sind Spätfröste am 3. und 4. Mai. Durch den warm-sonnigen April hatten viele Stöcke schon so frühzeitig voll entwickelte Neutriebe und, viel dramatischer, oft auch schon den Knospenansatz. Und der wurde vielfach durch den Frost zerstört. Wie groß der Schaden ist, weiß im Moment wohl noch niemand. Aber es sieht so aus, dass die Schäden noch größer sind als die Hagelschäden im Jahr 2010 und genauso lokal unterschiedlich verteilt: In manchen Gegenden droht ein Totalausfall, andere sind völlig verschont geblieben.


Das doppelte Rioja
Jetzt ist es „amtlich“: das Weinbaugebiet Rioja gibt es zweimal. Zum einen wie gewohnt in Spanien, zum anderen aber auch in Argentinien. Da hatten vor langer Zeit Einwanderer mit den Reben auch den Weinbaugebietsnamen mitgenommen. Die argentinische Gerichtsbarkeit hat jetzt entschieden, dass diese Doppelnutzung des Namens nicht zu beanstanden sei.


Safran im Sonderangebot
Safran ist teuer und muss teuer sein, wenn man bedenkt, dass hierfür von Hand aus der Blüte einer Krokusart der winzige Stempel herausgezupft wird. Für 1 kg braucht man ca. 200000 Blüten. Kein Wunder, dass Safran vermutlich zu den meist gefälschten Lebensmitteln gehört.

Immerhin, im Moment bietet Ingo Holland das 1-g-Döschen mit echtem! Safran als beste Cutware für 12,90 statt 19,90 an.


Weingläser und Party
Bei einer Party im größeren Kreis stellt sich oft die Frage, wo nehmen wir genug Weingläser für so viele Leute her?

Wir haben von den neuen, hoch gelobten Verkostungsgläsern von Rastal (siehe Info per e-mail Ende April) einige Vorräte für die Verkostungen im Laden eingekauft. Die Gläser verleihen wir auch an unsere Kunden. Bei Bedarf: einfach nachfragen!


Weininfo 1/2011


Kein Prosecco! Oder doch?
Glera dei Colli Trevigiani (4,90 € = 6,53 €/L))
Rosato frizzante (4,50 € = 6,00 €/L))

Prosecco war mal eine Rebsorte. Die musste mit ansehen, wie im Laufe der Zeit alles Mögliche an prickelndem Weißwein aus Italien unter ihrem Namen abgefüllt wurde. Die Rebsorte schämte sich zu Tode und wollte mit ihrem eigenen Namen nichts mehr zu tun haben. Nun ist es auch in Italien nicht so einfach, einen anderen Namen anzunehmen. Aber der italienische Staat hatte in diesem krassen Fall ein Einsehen und erlaubte der armen Prosecco, sich ab dem 1.1.2010 nach ihrem MÃdchennamen wieder ”Glera” zu nennen.

Prosecco ist seit Anfang 2010 zum Weinbaugebietsnamen geworden, genau genommen zum Teil von Weinbaugebietsnamen nach dem Muster "Prosecco dei........." Nur was in diesen Weinbaugebieten gewachsen ist, darf seitdem Prosecco heißen. Das stimmt zwar noch nicht ganz, weil Restbestände aufgebraucht werden dürfen und diese Bestände anscheinend unerschöpflich sind, aber irgendwann wird es Prosecco nur noch aus diesen Prosecco-Weinbaugebieten geben. Jedenfalls dann, wenn sich die einschlägigen Kellereien an die neue Rechtslage halten.

Die Rebsorte heißt also nunmehr Glera und so heißen auch Weine, die aus dieser Rebe ohne den Segen der neuen Prosecco-Weinbaugebiete gekeltert werden. Was aus diesem Sortennamen wird, weiß im Moment wohl noch niemand. Aber noch ist der Name so unbekannt und noch sind erst so wenige Gleras auf dem Markt, dass möglicherweise überall auch wirklich nur Glera drin ist.

Beim Glera von Villa Armellina ist der Hintergrund noch anders. Armellina ist ein klassischer Prosecco-Hersteller, der auch bisher nur Prosecco aus Prosecco machte und auch heute im Prosecco-Weinbaugebiet liegt. Aber Villa Armellina hält sich sogar an die in den neuen Prosecco-Weinbaugebieten geltenden Ertragsbegrenzungen. Und bringt den darüberhinausgehenden Mehrertrag eben als Glera auf den Markt. Der Glera dei Colli Trevigiani ensteht also im Prosecco-Weinbaugebiet aus Original Prosecco-Trauben, pardon, Glera-Trauben natürlich.

Auch der Rosato von Villa Armellina ist "frizzante", also prickelnd. Verwendet wird eine skurrile Cuvee. Da trifft sich die rote Schmeichelrebe Merlot mit den Weißweinsorten Glera und Verduzzo. Das Ergebnis ist ausdrucksstark himbeerfruchtig, gemeingefährlich süffig, aber nicht süßlich. Und mit 10,5 Grad so leicht, dass man die Süffigkeit verzeiht.

Einige Musterflaschen sind per Paketdienst vorab geliefert worden. Unsere Komplettbestellung wird allerdings voraussichtlich erst nach dem 15.5. bei uns eintreffen. .


Premium „1904“ 2008 (10,00 € = 13,33 €/L))

Wenn man großzügig alle Vorfahren einbezieht, wurde im Jahre 2004 die Kellerei Navarro Lopez 100 Jahre alt. Für den fälligen Jubilumswein durfte der Kellermeister jeden erdenklichen Aufwand treiben, ganz ohne Kostendruck. Der hatte das Selbstbewusstsein aufgebracht, keinen „großen“ Wein zu machen, der vor Kraft, Holz und Gerbstoff nicht mehr stehen kann. Sondern einen runden Wein von geradezu schmeichlerischer Zugänglichkeit, nur ganz zart barriquegereift und von fast schon femininer Struktur. Unsere Kunden waren begeistert. Aber irgendwann war der Wein leider ausverkauft. Die Kellerei machte zwar Folgejahrgänge, erstklassige Weine sicherlich, aber recht kraftbetont und ohne den spezifischen Charme des Erstlings.
Aus dem kühlen, fruchtbetonten Jahr 2008 hat Navarro Lopez jetzt einen „Premium 1904“ gemacht, der wieder an das Original anknüpft, mit charmanter Beerenfrucht, rund und weich, mit gut verpacktem Körper und schmuseartig eingebundenem Gerbstoff.
Der Wein ist eine Cuvee aus Tempranillo mit Graciano. Graciano ist eine recht selten gewordene, zwar qualitativ hochwertige, aber wirtschaftlich unbeliebte, weil heikle Rebsorte, die sich durch eine feine, eigenständige Frucht auszeichnet.
Auch was die Barrique-Reifung angeht hat sich Navarro Lopez wieder auf die Urfassung besonnen und den 2008er Premium 1904 nur ganz kurze Zeit im Barrique gelassen, gerade so viel, dass die Frucht abgerundet wird, ohne dass vordergründige Eichenholznoten schmeckbar wären.


Rioja in Top-Qualität zum netten Preis

Real de a 8 tinto 2010 (4,00 € = 5,33 €/L)
Real de a 8 crianza 2008 (6,00 = 8,00 €/L)

David Sampedro ist als Önologe schon ziemlich erfolgreich und in der Rioja längst eine bekannte Größe. Mit Hilfe von Investoren hat er jetzt die Möglichkeit bekommen, seine eigenen Vorstellungen zu verwirklichen, von der Pflege der Weinberge bis zur Vinifizierung im Keller.
Die Trauben stammen, selbst für die preisgünstigen „Real de a 8“, aus über 700m hoch gelegenen Weinbergen der Rioja-Alavesa. Für Rioja-Verhältnisse ist Weinbau in dieser Höhe grenzwertig, oberhalb 800m dürfen aus klimatischen Gründen keine Trauben für Rioja angebaut werden. In dieser Höhe reifen die Trauben nur noch langsam, in kühlen Jahren muss man auch schon mal die Ertragsmengen reduzieren, damit die Trauben reif werden. Dafür entwickeln sie in der langen Vegetationsperiode viel ausgeprägtere Aromen als an einem heißen Standort. Durch die stark abkühlenden Nächte bleibt zudem die Frucht optimal erhalten.
Sampedro ist kein Freund zeitgeistig holzbetonter Weine, sondern möchte, dass seine Weine durch ihre Frucht gefallen. Mit „Frucht“ meint er freilich nicht vorlaute, jugendliche Fruchtsäure, sondern weiche, runde Aromen, die von üppigem, aber nicht vordergründigem Körper und dezent nuancierter Gerbsäure eingefasst werden.
Damit ist der „Real de a 8“ tinto eigentlich auch schon präzise beschrieben, der natürlich kein Holzfass gesehen hat.
Eigentlich stimmt die Beschreibung auch für den crianza. Der ist freilich ein ganzes Jahr traditionell fassgereift. „Traditionell“, das heißt in langjährig gebrauchten Fässern, die keinen „Barrique-Geschmack“, also keine Noten von neuem Eichenholz vermitteln, sondern lediglich eine feine Reifenote.
Ganz glücklich ist Sampedro mit den beiden Real de a 8 freilich doch nicht. Eigentlich träumt er ja schon davon, irgendwann mal die ganze Produktion zu den Preisen verkaufen zu können, die die Auftraggeber seiner früheren Projekte erzielen. Aber dafür fehlt es noch am entsprechenden Bekanntheitsgrad. Und solange das so ist, gibt es die Weine halt zu Preisen, für die man Rioja in vergleichbarer Qualität wohl kaum irgendwo sonst bekommt.


Londono Graciano 2009 (7,00 € = 9,33 €/L)

Mit den Londono-Weinen versucht Sampedro ein wenig an der nächsthöheren Preisklasse zu knabbern. Zwar ist auch diese Serie immer noch günstig, aber im Basis-Bereich ist das Preis-Leistungs-Verhältnis der Real de a 8 unschlagbar. Dafür sind in der Londono-Serie die Spezialitäten um so attraktiver. 
Die in der Rioja heimische Rebsorte Graciano ist Sampedros eigentliche Leidenschaft. Nicht zufällig trägt er den Spitznamen „el hombre de Graciano“ und dass diese Rebsorte derzeit eine Renaisssance erlebt, ist nicht zuletzt Sampedro zu verdanken. Dabei ist es wohl nie strittig gewesen, dass diese Sorte qualitativ sehr hochwertig ist. Aber mit Blick auf betriebswirtschaftliche Aspekte mochte sich so recht niemand mehr mit ihr abgeben, zu schwankend sind die Erträge, zu kompliziert und zu aufwändig ist die Weinbergspflege. Allenfalls wurden kleinere Altanlagen Graciano erhalten, um mit deren Ertrag die Cuvee hochwertiger Rioja aufzupeppen. Reinsortige Graciano-Weine sind selten und bei den wenigen, die es gibt, greifen die Önologen durchweg zum neuen Barrique, alleine schon um die Preise dieser Weine zu rechtfertigen. Schade eigentlich, denn die Graciano lebt von ihrer eigenständigen Frucht und die geht bei sattem Eichenholz-Einsatz schnell unter.
Sampedro ist m. W. der einzige in der Rioja, der sich den Luxus erlaubt, reinsortigen Graciano ohne Holzfasseinfluss zu machen. Die Trauben stammen aus Weinbergen der Rioja-Alavesa in Höhen von rund 750m, die Sampedro neu bepflanzt hat.

Londono vendimia seleccionada 2008 (10,00 € = 13,33 €/L)

Mit der vendimia seleccionada zeigt Sampedro, dass er auch Kraftprotze kann. Verwendet werden selektierte Tempranillo- und Graciano-Trauben aus Anlagen mit geringen Ertragsmengen. Die Trauben werden gekühlt vergoren um lange Maischestandzeiten zu ermöglichen. Der Wein wird 16 Monate in (teilweise neuen, teilweise mehrfach belegten) Barrique gereift. Entsprechend ist die seleccionada ein komplexer Wein mit muskulösem, aber nicht breitem Körper, enormer Aromakonzentration und Noten nach dunklen Beeren und Gewürzen.


spanische Weißweine 2010

Immer mehr zeigt sich, dass 2010 in Spanien ein ausgezeichnetes Weißweinjahr ist. Schließlich war 2010 ein für spanische Verhältnisse kühles Jahr, dank gelegentlichem Sommerregen blieben die 2009 verbreiteten Trockenstress-Probleme völlig aus. Die Mostgewichte blieben im Weißwein-tauglichen Rahmen, kühle Nachttemperaturen im Herbst sorgten für den Erhalt der Frucht (ein Zusatz von Weinsäure war selbst bei Weinen aus heißen Lagen kaum erforderlich), die langsame Traubenreife führte zu sehr später Ernte (z.T. bis Ende Oktober!) und damit zu einer langen Vegetationsperiode, Grundlage für optimale Aroma-Bildung.


Vina Vilano blanco Verdejo (5,90 € = 7,87 €/L)

Vina Vilano ist eigentlich im Ribera del Duero zu Hause, aber hier ist Weißwein praktisch unbekannt. Daher hat Vilano wie viele Duero-Kellereien einen Ableger im benachbarten Rueda.
Das Rueda ist Weißwein-Land (bis 2009 war Rotwein unter diesem Namen nicht gestattet). Natürlich ist auch hier 2010 ein großer Jahrgang. Zwar scheinen einige Betriebe der Versuchung erlegen zu sein, die reichlich vorhandene Feuchtigkeit für die Erzeugung großer Ertragsmengen zu nutzen (und damit kann man auch einen großen Jahrgang verdünnen), aber auch das Angebot tadelloser Qualitäten ist 2010 viel größer als 2009.
Vilano hat auf den sich abzeichnenden Preisdruck reagiert und den Preis herabgesetzt, obwohl der 2010er mit seiner ausgeprägten, sauberen Note nach tropischen Früchten und Birne ein gutes Stück besser als der 2009er ist.


Ibice Verdejo-Sauvignon 2010 (4,20 € = 5,60 €/L)

Der weiße Ibice kommt aus dem Rueda-Umfeld und ist als vino de la tierra deklariert. 2010 prunkt der Ibice wieder mit perfekter, sauberer Frucht. Die Kombination aus Verdejo und Sauvignon blanc ist ohnehin attraktiv, weil sich die geschmacklich nicht unähnlichen Trauben sehr gut ergänzen.


Don Aurelio blanco 2010 (4,50 € = 6,00 €/L)

Dass das Valdepenas (genauso wie die umgebende Mancha) historisch eigentlich eher eine Weißweinregion ist, weiß kaum jemand. Freilich sind viele Weißweine aus dieser Gegend eher in der Basisqualität angesiedelt und werden zu einem großen Teil als Tankwagenwein z. B. für die Sektindustrie verkauft.
Mit dem 2010er Don Aurelio zeigt Navarro Lopez, dass man hier sehr wohl ausgezeichnete Weißweine machen kann. Natürlich hat 2010 auch der Jahrgang das seine dazu getan, aber die Kellerei treibt auch einen für diese Preisklasse nicht selbstverständlichen Aufwand. Verwendet werden Trauben aus ertragsreduzierten Anlage, deren Reifeentwicklung penibel, im entscheidenden Stadium auch schon mal täglich, kontrolliert wird, um den bei Weißweinen aus heißen Regionen besonders wichtigen, optimalen Erntezeitpunkt abzupassen. Die Trauben sollen einerseits reif, andererseits aber nicht vollreif sein, damit ein Höchstmaß an Frucht und Frische erhalten bleibt. Vinifiziert wird temperaturkontrolliert. Die Cuvee besteht aus Trauben der Rebsorten Macabeo und Verdejo. Die Viura ergibt elegant-weiche Weine, die Verdejo pikant obstfruchtige. Zusammengeführt gibt das bei geschickter Dosierung einen ausgesprochen harmonischen Wein mit ausgewogener Frucht, mäßiger Säure und feiner Frische.


Valleoscuro Verdejo 2010 (5,00 € = 6,33 €/L)

Das Weinbaugebiet Valles de Benavente liegt im Norden Kastiliens, fast schon in Galizien. Hier ist es auch in warmen Jahren nicht ganz so extrem heiß und trocken wie weiter südlich. Entsprechend fallen hier auch die Verdejo-Weine schlanker aus als im heißen Rueda. Aber auch beim Valleoscuro merkt man im Vergleich zu 2009, dass 2010 der eindeutig bessere Jahrgang ist, frischer, fruchtiger, schlanker und mit besonders sauberem, elegantem Aroma.


Marqués de Caro Merseguera-Moscatel 2010 (4,50 € = 6,00 €/L)

Die Merseguera ist im Hinterland von Valencia zwar heimisch, aber ziemlich selten geworden. Sie gibt angenehm säurearme, aber doch recht neutrale Weine. Perfekt ist sie allerdings als Cuvee-Partner einer Bukett-Sorte wie der Moscatel. Da puffert die Merseguera die Bukett-Penetranz der Moscatel und steuert genug Körper für einen rund-üppigen Gesamteindruck bei. Und in einem Jahr wie 2010 ist dann auch genug Frucht für einen feinen, ausgewogenen Weißwein da.


Conde de Albarei Albarino 2010 (11,50 € = 15,33 €/L)

Albarino und Godello sind Rebsorten, die praktisch nur in Galizien vorkommen und perfekt an das dortige, atlantisch feucht-kühle Klima angepasst sind. Für spanische Weintrinker sind die Weißweine aus diesen beiden Reben die Krönung der spanischen Weißweine. Da es von beiden Rebsorten nicht viel gibt, kommt nur wenig in den Export. Schade eigentlich, denn die Weine gehören zu den besten und eigenständigsten Weißweinen überhaupt.


Finca Os Cobatos Godello 2010 (8,00 € = 10,67 €/L)

Eigentlich müsste man annehmen, in einem kühlen Jahr wie 2010 müssten Weine aus dem ohnehin kühlen Galizien besonders schlank oder gar unreif sein. Erstaunlicherweise ist eher das Gegenteil der Fall, fragen Sie mich nicht warum. Jedenfalls fällt auch der Godello von Os Cobatos zwar durchaus elegant, aber auch ausgesprochen stoffig aus.


Arca Nova branco 2010 (4,50 € = 6,00 €/L)
Arca Nova Loureiro 2010 (6,00 € = 8,00 €/L)

Arca Nova kommt nicht aus Spanien, sondern aus dem Minho im äußersten Norden Portugals. Wie das benachbarte Galizien ist auch das Minho atlantisch geprägt mit milden, aber nicht heißen Sommern und regelmäßigen Niederschlägen.
Deklarieren muss Arca Nova als vinho verde. Es handelt sich aber nicht um den klassischen vinho verde aus unreif geernteten Trauben. Der branco, eine Cuvee aus den galizischen Reben Loureiro und Treixadura mit der portugiesischen Arinto, ist zwar leicht und spritzig, aber keineswegs säurebetont, sondern gefällt mit fein-subtilen Frucht-Aromen.
Der Wein war schon als 2009 bei unseren Kunden enorm erfolgreich. Und der fein-elegante 2010er hat alles, damit das auch dieses Jahr so bleibt.
Den reinsortigen Loureiro macht Arca Nova aus besonders selektierten Trauben. Auch der Wein bleibt zwar elegant und alkoholisch leicht, aber die Fruchtnoten nach Aprikose und Birne sind üppiger, dichter und konzentrierter.


Zestos blanco Malvar 2010 (5,00 € = 6,33 €/L)

Die Zestos-Weine kommen aus dem Weinbaugebiet Vinos de Madrid. Hier sind Weißweine selten, obwohl das Gebiet mit der Malvar-Rebe eine eigenständige weiße Rebsorte hat. Die Malvar hat nicht das überquellende Aroma der Verdejo, gibt dafür aber angenehm weich-säurearme Weine. In einem Jahr wie 2010 ist auch bei der Malvar Frische und Frucht mit mineralischen Noten gut ausgeprägt, ohne dass die Sorte ihren Charakter verliert.


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